
Auch wenn wir inzwischen nicht mehr in Kanada sind: Eine Sache müssen wir unbedingt noch loswerden, die uns schon lange unter den Nägeln gebrannt hat und über die wir von Anfang an nur den Kopf schütteln konnten.
Toronto Downtown: Ein Polizeiauto hält an, der Fahrer steigt aus, geht über die Straße zum nächsten Coffee-Shop und kauft sich einen Kaffee, während sein Kollege im Auto wartet. Das Ganze dauert ungefähr vier Minuten. Während dieser Zeit läuft selbstverständlich der Motor. (siehe Foto)
Ein einsamer Nationalpark im Norden Quebecs: Ein Paar macht eine Pause, fährt dann mit dem Auto vom Picknick-Tisch 30 Meter zur Toilette. Beide gehen nacheinander aufs Klo und lassen den Motor währenddessen natürlich laufen. Danach entscheiden sie sich, mit der Kamera die schöne Natur am See zu fotografieren und die saubere Luft zu genießen. Die 30 Meter bis zum Seeufer werden selbstverständlich mit dem Auto zurückgelegt. Und der Motor läuft und läuft.
Zwei Beispiele, die zeigen, was wir hier tagtäglich beobachten konnten. Wann immer man mit dem Auto hält, um einen Kaffee zu kaufen, im Supermarkt einkaufen zu gehen oder mit dem Nachbarn zu erzählen; der Motor bleibt an und niemanden stört es. Die durchschnittliche Mindestdauer, um den Motor doch mal auszuschalten, liegt bei geschätzten 15 Minuten. Erst ganz langsam kommt man hier zu der Einsicht, dass es bereits ab 30 Sekunden Standzeit Benzin sparender ist, den Motor auszuschalten.
Die Preise an den Tankstellen sind wohl trotz deutlicher Steigerungen immer noch zu niedrig. 20 Minuten im Supermarkt? Der Motor läuft natürlich, denn schließlich sitzen die Kinder noch im Auto. Aber auch ganz leere Autos stehen überall mit blubbernden Sechs- bis Achtzylindermotoren herum. Oft gesehen auch die kilometerlangen Schlangen an den Drive-Thru-Schaltern – natürlich mit laufenden Motoren. Dabei ist das Restaurant so gut wie leer, aber im Auto schmeckt es ja immer noch am besten!
Auf manchen Highways gibt es spezielle Express-Spuren für Autos mit zwei oder mehr Insassen. So kann man zu zweit ganz elegant am Stau vorbeifahren, denn in den meisten Riesenschiffen sitzen tatsächlich nur die Fahrer. In Deutschland würden solche Spuren wohl kaum Sinn machen.
Und noch ein nettes Detail zum Schluss: Bei manchen Autos lässt sich der Motor per Fernbedienung starten. So muss man noch nicht mal das Haus verlassen, während sich der riesige Motor warmtuckert.








